{"id":449,"date":"2025-10-29T23:02:55","date_gmt":"2025-10-29T22:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/agenturfuerpolitischearbeit.nublogs.org\/?p=449"},"modified":"2025-10-29T23:02:55","modified_gmt":"2025-10-29T22:02:55","slug":"koga-kollektiv-gegen-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/2025\/10\/29\/koga-kollektiv-gegen-antisemitismus\/","title":{"rendered":"KOGA \u2013 Kollektiv gegen Antisemitismus"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Thematische Ausrichtung:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kollektiv gegen Antisemitismus arbeiten wir schwerpunktm\u00e4\u00dfig zu den Themen (linken) Antisemitismus\/Antizionismus, Rassismus und Islamismus \u2013 lehnen aber auch alle anderen Herrschaftsverh\u00e4ltnisse ab und k\u00f6nnen uns auch vorstellen unsere Themenfelder zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aktionsformen:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir organisieren Veranstaltungen wie zuletzt im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe \u201eAntisemitism Never Left\u201c. Organisieren aber auch mal eine Kundgebung wie am 7. Oktober und in Zukunft vielleicht auch mal eine Demonstration. Wir machen B\u00fcndnisarbeit, lesen &amp; schreiben Texte, organisieren Partys, sammeln Solikohle und malen Transparente.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einsteiger*innenfreundlichkeit:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich sind alle erst mal bei uns willkommen, die sich in unserem Selbstverst\u00e4ndnis einigerma\u00dfen wiederfinden (das k\u00f6nnt ihr weiter unten lesen).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gruppenform:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autonome &amp; antiautorit\u00e4re Kleingruppe, die nach dem Konsensprinzip Entscheidungen trifft.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Offen f\u00fcr:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Menschen, die an emanzipatorischer gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung interessiert sind und beim Thema Antisemitismus besonderen Handlungsbedarf sehen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontaktm\u00f6glichkeit:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">E-Mail: <a href=\"mailto:koga-hannover@riseup.net\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">koga-hannover@riseup.net<\/a><br>Insta: <a href=\"https:\/\/instagram.com\/koga_hannover\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">@koga_hannover<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:0px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Social Media:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insta: <a href=\"https:\/\/instagram.com\/koga_hannover\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">@koga_hannover<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gruppenbeschreibung:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stand: 12.07.2025<br>Wir haben uns als Gruppe zusammengefunden, weil uns die gesellschaftlichen Entwicklungen bereits vor, aber insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 zutiefst beunruhigen. Das unsolidarische Verhalten gro\u00dfer Teile der radikalen Linken, die Rechtfertigungen f\u00fcr das unfassbare antisemitische und misogyne Massaker, der weltweite Hass auf Israel und der enorme Anstieg antisemitischer Gewalt haben uns dazu veranlasst, uns gemeinsam gegen diese Verh\u00e4ltnisse zu organisieren.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Gruppe ist \u00fcberwiegend nicht-j\u00fcdisch; einige von uns haben j\u00fcdische Familienbez\u00fcge. Niemand von uns ist von Rassismus betroffen. Wir verorten uns in der emanzipatorischen, antiautorit\u00e4ren Linken. Wir kritisieren jede Form des Antisemitismus, den israelbezogenen Antisemitismus innerhalb der globalen Linken ebenso wie die Verengung des Antisemitismusbegriffs durch die \u201eJerusalem Declaration\u201c und die weitestgehend unhinterfragte Gojnormativit\u00e4t der deutschen Linken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Projektion &amp; Verdr\u00e4ngung von Antisemitismus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 07. Oktober hat Antisemitismus auf der ganzen Welt wieder massiv zugenommen, hier in Deutschland und in ganz Europa.\u00a0Dabei waren christlicher Antijudaismus und moderner Antisemitismus schon immer Bestandteil europ\u00e4ischer Geschichte. Im Nationalsozialismus wurden J\u00fcdinnen_Juden f\u00fcr s\u00e4mtliche Irritationen der Moderne verantwortlich gemacht. Als S\u00fcndenbock f\u00fcr die abstrakten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse wurden sie zum \u00bbAnti-Volk\u00ab stilisiert, das die \u00bbVolksgemeinschaft\u00ab zersetzen w\u00fcrde. Im antisemitischen Weltbild werden J\u00fcdinnen_Juden als \u00fcberm\u00e4chtig imaginiert und zum Ausgangspunkt verschiedenster Verschw\u00f6rungsideologien gemacht. Der antisemitische Wahn wird von einem Vernichtungswillen begleitet, der in der Shoah ihresgleichen gesucht hat.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ende der Shoah und der Sieg \u00fcber den Nationalsozialismus war nicht das Ende des Antisemitismus. Kontinuit\u00e4ten existieren bis in die Gegenwart.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Antisemitismus bis heute nachweislich alle gesellschaftlichen Milieus durchzieht, hat sich im \u00f6ffentlichen Diskurs das Narrativ des \u00bbimportierten Antisemitismus\u00ab verfestigt. Dieses wird genutzt, um rassistische Ausgrenzungspolitik zu versch\u00e4rfen und Asylrechte weiter abzubauen. Pro-pal\u00e4stinensischen Demonstrationen wird dabei oft mit heftiger Repression begegnet. Diese externalisierende Projektion auf &#8222;die Anderen&#8220; hat dazu beigetragen, dass sich seit dem 7. Oktober nicht nur antisemitische, sondern auch rassistische Denkmuster noch st\u00e4rker in der Gesellschaft verankert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist uns ein zentrales Anliegen, die Kritik an Antisemitismus, Rassismus und Islamismus nicht gegeneinander auszuspielen, sondern verschiedene Formen von Unterdr\u00fcckung zu erkennen und zu bek\u00e4mpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Solidarit\u00e4t gilt allen, die von Antisemitismus, Rassismus und Islamismus betroffen sind \u2013 auch wenn dies bedeuten kann, sich mit Widerspr\u00fcchen auseinandersetzen zu m\u00fcssen. Wir wollen uns nicht mit schablonenhaftem Denken zufriedengeben oder in selektive Solidarit\u00e4t verfallen. Unsere Kritik bleibt universell.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kein Frieden mit Islamismus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die politische Ideologie des modernen Islamismus hat die Errichtung eines islamischen Gottesstaats zum Ziel, der auf einer vermeintlich gottgegebenen, totalit\u00e4ren Werteordnung aufbaut und der sich alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens unterzuordnen haben. Damit steht die Ideologie des Islamismus den Idealen von Freiheit und Individualit\u00e4t kontr\u00e4r gegen\u00fcber.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einigen islamistischen Str\u00f6mungen rechtfertigt der Dschihadismus dabei \u00e4u\u00dferste Gewalt gegen \u201eUngl\u00e4ubige\u201c, wie uns der Genozid an den Jesidinnen_Jesiden durch den Islamischen Staat deutlich vor Augen gef\u00fchrt hat. Auch wenn das Kalifat des IS nicht zuletzt dank des kurdischen Widerstands vorerst zerschlagen werden konnte, sind heute immer noch viele Menschen im Nahen Osten vom Islamismus bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der islamische Antijudaismus und der islamistische Antisemitismus in der Region, der bis heute ma\u00dfgeblich vom modernen Antisemitismus aus Europa und insbesondere Deutschland gepr\u00e4gt ist, nimmt kein Ende. Hamas, Hisbollah, Huthi und das iranische Mullah-Regime zeigen ihren antisemitischen Vernichtungswahn ganz offen. J\u00fcdische Selbstbestimmung ist in ihrem Weltbild grunds\u00e4tzlich nicht vorgesehen. Nach einer langen Geschichte von Flucht und Vertreibung gibt es in den arabischen Staaten und im Iran heute nahezu keine j\u00fcdischen Communities mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir d\u00fcrfen die Perspektiven derjenigen nicht aus den Augen verlieren, die am meisten von Islamismus betroffen sind: Jesidinnen_Jesiden, Kurdinnen_Kurden, Drusinnen_Drusen, J\u00fcdinnen_Juden, Suryoye und viele andere religi\u00f6se und ethnische Minderheiten \u2013 ebenso wie andersdenkende Musliminnen_Muslime, FLINTA* und queere Menschen in L\u00e4ndern, wie dem Jemen, Syrien oder Iran. Unsere Solidarit\u00e4t gilt allen, die unter islamistischen Regimen und dschihadistischem Terror leiden und f\u00fcr Freiheit und Selbstbestimmung k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf gegen Islamismus darf nicht denjenigen \u00fcberlassen werden, die aus rassistischen Motiven politischen Islamismus und islamischen Glauben gleichsetzen. Jedem Versuch, den Islam als Religion zu delegitimieren und \u00c4ngste vor einer vermeintlichen \u00dcberfremdung zu sch\u00fcren, stellen wir uns konsequent entgegen. Antimuslimischer Rassismus kann niemals Teil einer progressiven Islamismuskritik sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zum Krieg und der fehlenden internationalen Solidarit\u00e4t<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Israel\/Pal\u00e4stina herrscht ein furchtbarer Krieg, der bereits viel zu viele Opfer gefordert hat. Seit \u00fcber 600 Tagen h\u00e4lt die Hamas Menschen als Geiseln in Tunneln fest, foltert und ermordet sie. Sie versteckt sich bewusst hinter ziviler Infrastruktur, bereichert sich an humanit\u00e4ren Hilfslieferungen, unterdr\u00fcckt jegliche Opposition mit \u00e4u\u00dferster Gewalt und instrumentalisiert das Leid der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig wirkt die Kriegsf\u00fchrung der israelischen Regierung losgel\u00f6st von den Zielen, die Hamas zu zerschlagen und die Geiseln zu befreien. Die zivilen Opfer, die ma\u00dflose Zerst\u00f6rung in Gaza und die Unterbindung humanit\u00e4rer Hilfe sind nicht hinnehmbar und m\u00fcssen sofort ein Ende haben. Alle Menschen in Gaza, im Westjordanland und in Israel haben ein Leben in Sicherheit, Freiheit, W\u00fcrde und Selbstbestimmung verdient.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit gro\u00dfer Sorge beobachten wir zudem, wie rechte Regierungsparteien in Israel demokratische Institutionen schw\u00e4chen, die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung entmenschlichen und Hass gegen Minderheiten sch\u00fcren. Au\u00dferdem lehnen wir die zunehmende Repression gegen Antikriegsdemonstrationen, bei denen Angeh\u00f6rige von Geiseln, Linke, Pazifist_innen und Menschenrechtsorganisationen kriminalisiert und eingesch\u00fcchtert werden, entschieden ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umso unverst\u00e4ndlicher erscheint uns die fehlende Solidarit\u00e4t mit der israelischen Linken und der Friedensbewegung, die sich trotz des massiven Drucks f\u00fcr ein Ende der Gewalt und eine politische L\u00f6sung einsetzt. Diese Leerstelle offenbart eine gef\u00e4hrliche Schieflage in linken Diskursen \u00fcber Israel und Pal\u00e4stina.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zur Instrumentalisiserung postkolonialer Theorie<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Leerstelle h\u00e4ngt auch mit der antisemitischen Instrumentalisierung postkolonialer Theorien zusammen, mit Hilfe derer Israel als koloniales Siedlerprojekt dargestellt wird. Solche Narrative blenden nicht nur die historische Verfolgung und Entrechtung j\u00fcdischer Gemeinschaften weltweit aus, sondern verkennen auch die antikoloniale, widerst\u00e4ndige und indigene Dimension j\u00fcdischer Selbstbestimmung im Nahen Osten. Postkoloniale Theorie wird hier oft selektiv und entkontextualisiert verwendet \u2013 auf eine Weise, die j\u00fcdische Geschichte unsichtbar macht und j\u00fcdische Subjekte systematisch aus der Erz\u00e4hlung von Widerstand, Exil und R\u00fcckkehr ausschlie\u00dft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichwohl ist es wichtig anzuerkennen, dass es sowohl in der israelischen als auch in der arabisch-pal\u00e4stinensischen Geschichte Praxen der Verdr\u00e4ngung, Verfolgung, Vertreibung, rassistischer und antisemitischer Diskriminierung gegeben hat und gegenw\u00e4rtig gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutungen, die die Komplexit\u00e4t der Situation ausblenden, reproduzieren Ausschl\u00fcsse, die letztlich selbst koloniale Logiken fortschreiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen keinen Widerspruch darin, uns gleichzeitig f\u00fcr j\u00fcdische und pal\u00e4stinensische Selbstbestimmung, Sicherheit und Freiheit einzusetzen \u2013 im Gegenteil: Eine konsequent emanzipatorische Haltung verlangt genau das.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr eine solidarische, antiautorit\u00e4re Linke<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Polarisierung und eindimensionale Parteinahme werden der Komplexit\u00e4t der politischen Realit\u00e4t nicht gerecht. Der Krieg und der Konflikt um Israel und Pal\u00e4stina werden in der internationalen Linken zunehmend instrumentalisiert. In vielen linken Debatten dient der Konflikt als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr ideologische Gewissheiten \u2013 h\u00e4ufig ohne Bezug zur konkreten Realit\u00e4t vor Ort. In diesen Debatten gibt es zudem oft kein Bewusstsein daf\u00fcr, dass sich Menschen, die in direkterer Weise von dem Konflikt betroffen sind, auch in den eigenen Reihen befinden. Statt ihnen zuzuh\u00f6ren, werden bewusst und unbewusst immer wieder eindeutig antisemitische und\/ oder rassistische Rhetorik und Symboliken genutzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antisemitismus findet sich in allen Linken Bewegungen. Besonders sichtbar wird das in Klimak\u00e4mpfen, (queer)-feministischen oder anti-imperialistischen R\u00e4umen. Hier begegnen wir immer wieder den historisch nicht haltbaren Erz\u00e4hlungen vom Kolonialstaat Israel. Gleichzeitig gibt es, wie in der gesamten Gesellschaft, oft eine implizite Gleichsetzung von J\u00fcdinnen_Juden und Israel, bei der die Komplexit\u00e4t dieses Verh\u00e4ltnisses und die tats\u00e4chlichen Betroffenheiten \u00fcbergangen werden. Das bedeutet in der Konsequenz, dass j\u00fcdische Menschen aus linken K\u00e4mpfen gedr\u00e4ngt werden und in linken R\u00e4umen oft nicht mehr sicher sind. Das trifft besonders j\u00fcdische Menschen, die auch in anderen Bereichen marginalisiert sind und beschneidet ihre M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr sich selbst einzustehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns ist wichtig zu betonen, dass auch unabh\u00e4ngig vom Nahost-Konflikt antisemitische Stereotype und Muster in linken R\u00e4umen, aber auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, verbreitet sind. Zudem besteht h\u00e4ufig kaum Bewusstsein f\u00fcr die Herausforderungen, die mit j\u00fcdischen Lebensrealit\u00e4ten verbunden sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Teil der antiautorit\u00e4ren Linken solidarisieren wir uns mit Organisationen wie Standing Together und Women Wage Peace, in denen Menschen mit verschiedenen Betroffenheiten und Hintergr\u00fcnden&nbsp; gemeinsam f\u00fcr eine friedliche Koexistenz k\u00e4mpfen. Mit der Bewegung der Geisel-Angeh\u00f6rigen in Israel, die gegen den Krieg und f\u00fcr die Freilassung der Geiseln demonstrieren. Mit Pal\u00e4stinenser_innen in Gaza, die den Mut aufbringen, gegen die autorit\u00e4re Herrschaft der Hamas zu protestieren. Und mit Feminist_innen im Westjordanland, die sich sowohl gegen patriarchale Zumutungen durch islamisches Recht als auch gegen die rassistische Politik des israelischen Staates und der zunehmenden Gewalt rechter Siedler_innen zur Wehr setzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen f\u00fcr eine antiautorit\u00e4re Neuausrichtung linker Politik. Wir weisen eindimensionale Erkl\u00e4rungen f\u00fcr komplexe Realit\u00e4ten zur\u00fcck. Wir wollen antinationale Perspektiven erarbeiten ohne Israel als Zufluchtsort f\u00fcr J\u00fcdinnen_Juden vor dem weltweiten Antisemitismus in Frage zu stellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Hoffnung bleibt eine radikale Linke, die Antisemitismus nicht aus dem intersektionalen Denken ausklammert, sondern ihn als Teil verwobener Herrschaftsverh\u00e4ltnisse ernst nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Ziel bleibt eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veranstaltungen und Aktionen zu Antisemitismus\/ Antizionismus, Rassismus und Islamismus<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":447,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,4],"tags":[],"class_list":["post-449","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antifaschismus","category-antirassismus","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/politage.uber.space\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}